Dienstag, 22. November 2016

größer, weiter, besser, China...

Ich bin, durch den Blog, gezwungener Maßen in einigen Sozialen Netzwerken vertreten.
So stieß ich auf Instagram auf einen jungen Chinesen, dessen Familie eine Teeplantage in Wuyi Shan hat. In der Region wo die berühmten und teuren Felsen Tees herstammen, logisch das ich bei solchen Geschichten Neugierig werde.
Dennoch auch stutzig, ich habe in China viel gelernt eines der Wichtigsten Dinge in man im Land der Mitte lernt: Wenn es ums verkaufen geht, vertraue nie auf die gegeben Infos oder hinterfrage
.
Ich stellte also meine erste Frage, wie groß ist die Jährliche Ernte? 5Tonnen war die Antwort.
WOW aber schon mal unsympathisch für mich als Gesundheitsfreak.
Die nächste Frage an Ihn: In welchen Jahreszeiten erntet Ihr besonders viel? Antwort: Es gibt nur eine Ernte und die ist im Frühjahr.
Wirklich? Das erscheint doch sehr unwahrscheinlich für einen Familienbetrieb. Deshalb drängte sich mir die Frage auf wie groß den sie Plantage seiner Eltern sei. Antwort 60.000km2
Was für eine Hausnummer!
 Wuyishan selbst mit seinen 36 Felssäulen und 99 größeren Felsen umfasst 70 km² im engeren Sinn. (bzw. andere Quellen sprechen von 120.000 mu = ca. 8.400 km² Teeanbaugebiet mit einem jährlichen Gesamtoutput von an die 10.000 Tonnen Tee inklusive Broken, Fannings, Dust etc.) Die gesamte nördliche Fujian Teeanbauregion umfasst lt. Einer anderen Quelle (also im weiteren Sinne alles was Beimincha 北閩茶 umfasst) spricht man von 380.000 mu = 26.600 km² mit einer Produktion von ca. 30.000 Tonnen per annum). Seit 1999 ist Wuyishan auch offiziell Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Das Gesamtgebirge Wuyi umfasst mehr als 500 Kilometer Länge, mit Höhen um 1000 bis 1500 Meter. Der Huanggangshan ist mit 2158 Metern die höchste Erhebung und auch die größte Erhebung in ganz Fujian. Auf dem „Fluss der neun Windungen“ jiuqu xi 九曲溪 kann man sehr schön viel Erhebungen sehen. Zurück zum Tee: man kann ungefähr 1000 verschiedene Tees alleine in Wuyishan ausmachen, in der die Teekultur zumindest bis in die späte Ming-Dynastie zurück reicht, wenn nicht sogar länger. Quelle: http://www.chenshi-chinatee.de
 Findet den Fehler!



Würde ich von dieser Familien Farm Tee kaufen?
Nein!! Allein die Größe, die er angibt, und die einzige Ernte die es im Jahr gibt lassen darauf schließen das die Tees mit Maschinen geerntet werden und auch danach einen Maschinelle Verarbeitung erfahren oder halb China müsste bei der Ernte per Hand helfen. Auch scheint die Lage der Teefelder schlichtweg gelogen zu sein.
In diesem Falle fällt dem Chinesen sein eigener Größenwahn zur Last.
Ich lebe selbst mit einem Chinesen zusammen und habe bald 2 Kinder mit Ihm. Ich kenne die Denkweise der Festlandland Chinesen sehr gut und sie gefällt mir nicht.
Immer muss alles groß, teuer und toll sein. Hätte ich die Frage nach Pestiziden gestellt hätte ich ein Nein als Antwort erhalten. Das wäre gelogen, denn bei der Größe und dem Ertrag muss gedüngt und gespritzt worden sein. Das will ich nicht trinken.
Sicher bin ich als Kunde für Ihn unwichtig, dennoch möchte ich euch an diesem Beispiel zeigen das Ihr die Herkunft eurer Tees hinterfragt. Meiner Meinung nach kann Masse nie gut sein!
Tee benötigt Aufmerksamkeit und Geduld, leider fehlt das in China immer mehr.
Zeigt es uns doch schon bei den künstlich gealterten Pu Erh Tees wo der Trend hingeht. Genaue und vertrauenswürdige Angaben gibt es nur selten!



Wer nicht weiß von wem seine Tees hergestellt werden und wo diese wachsen, lasst die Finger von solch einem Händler! Zumindest sollte der Händler einmal die Plantage besucht haben.
Ich persönlich rate euch auch dazu Händler zu wählen die nur wenige Tees im Angebot haben. Ist das Spektrum zu groß, kann der Händler nicht wissen was für Tees er da hat. Klar können die Tees geprüft worden sein und für Deutschland freigegeben, dennoch sagt das nichts über Verarbeitungs- Schritte etc. aus.



Ihr könnt natürlich auch drauf Pfeifen was die alte hier schreibt! Eure Gesundheit liegt ja in Euren Händen, ich für meinen Teil möchte mich aber nicht in kleinen Schritten vergiften, zumindest nicht bei meinem Lieblingsgetränk.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Einblick. Ich hatte mal eine chinesische Freundin (aus Peking stammend), mit der ich mich oft über die kulturellen Unterschiede (China, Japan, Deutschland) ausgetauscht habe, aber diesen Aspekt kannte ich noch gar nicht. Immer wieder spannend.
    Geschmunzelt habe ich ja (als Bloggerin) beim ersten Satz beim "gezwungenermaßen". Obwohl es ja eher etwas trauriges ist, denn Zwang ist immer eine Belastung für die Psyche. Um so schöner, wenn solch ein interessanter Bericht dabei rausspringt.
    Liebe Grüße,
    Mari,
    gerade einen Hôjicha trinkend. :-)

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  2. Hallo Mari,

    ich würde wohl keinen Teeblog schreiben wenn ich mich nicht auch privat viel mit Tee auseinander setzte. Sieh also den interkulturellen Austausch bei mir als freude und wenn ich "gezwungen" schreibe steckt da oft ein Augenzwinkern dahinter. Dennich belasten mich die Sozialen Netzwerke gerade etwas und nerven mich. Ohne sie habe ich aber weniger Trafic auf dem Blog. Ich muss nur überlegen ob ich diesen wirklich will und nicht lieber wieder den Tee und das trinken in den Vordergrund rücken sollte als ständig instagram Posts und Twitter Bilder zu machen. Das kostet nämlich Zeit, Kraft und ne Menge Teezeit 😒

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  3. Güzel vede başarılı bir blog sayfası

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