Yemin´s Teerückblick auf 2016

Hat jemand von euch das Jahr 2016 gesehen? Ist das wirklich vorüber?
Ich kann das kaum glauben. Es ist wie im Flug vergangen, wie die Jahre zuvor schon. Wir waren in China und in Schottland, der Sohn ist gewachsen und quatscht Mama die Ohren ab.

Nun möchten wir die Zeit nutzen um euch einen kleinen Jahresrückblick in Sachen Tee zu geben. Jeder von uns seinen ganz persönlichen. Es ist spannend das Jahr in Sachen Tee Revue passieren zu lassen. Es ist viel und doch wenig passiert.






Der Tee 2016
Hier habe ich tatsächlich einen Favoriten. Eigentlich darf ich den Dong Ding gar nicht nennen, denn ich habe diesen erst im Dezember erstanden aber dieser gefällt mir noch besser als der Tie Guan Yin Tan Bei den ich so oft in meinen Monatsfavoriten hatten. Wenn Ihr diesen also nicht gelten lassen wollt, dann ist der Tie Guan Yin auf jeden Fall der Tee, den ich am meisten in 2016 getrunken und genossen habe.

Tie Guan Yin
Tie Guan Yin







 
Tan Bei Dong Ding

Beste Teeerfahrungen

Ich kann die Sonne noch auf meiner Haut spüren, den Duft, die Wärme, die Atmosphäre und leider auch den Zeitdruck im Nacken. Die Teeplantagen in den Yantai Mountains Jiangsu .
Die Bienen schwirrten und ich war wie betäubt von dem Anblick des Tees, heute noch träume ich davon auf der Bank zu sitzen und einfach nur zu genießen, den Duft ein zu atmen und meinen Geist durch die Blätter gleiten zu lassen. In den Tee Bergen meditieren. Was für ein Traum wäre das. Dies war die schönste und gleichzeitig die bitterste Erfahrung in 2016. Einem Hund einen Knochen vors Gesicht setzen, diesen kurz anschauen lassen und dann wieder weg fahren. Ach hättet ihr mich doch nur ausgesetzt und während ohne mich zum essen gefahren, die Lift hätte zum Leben gereicht...




Liebster Teegast
Mich besucht am Ende der Welt so gut wie keiner. Deshalb fiel mir dieser Punkt sehr schwer.
Dennoch habe ich ein Ereignis vom Oktober im Kopf, es sind eigentlich nicht meine Teegäste gewesen, wir waren in Chen´s Teehaus und ich durfte Tee bereiten. So viele Nationen an einem Tisch. Dort war ich richtig, alle bei einer Schale Tee versammelt

Was hat sich verändert?
Ich habe in diesem Jahr vor allem zu den dunkleren Oolong Tees gegriffen. Diese fühlten sich runder und ausgewogener an. Die helleren Tees vertrug ich eher nicht mehr so wie früher. Ob das am alter liegt? Ich schätze die hellen Wintertees immer noch wegen ihrer Leichtigkeit aber die dunkleren Oolongs lassen mich tiefer eintauchen und geben mehr Nuancen ab.
Dieses Jahr habe ich fast nur meine Porzellan-Teekannen und Gaiwan benutzt. Ich bin weitestgehend von den Tonkannen weg und habe auch keine neuen erworben. Ich weiß nicht genau was mich dazu bewogen hat aber mir schmeckte der Tee aus meinen Tonkannen oft nicht mehr. Vielleicht liegt es daran, dass ich dieses Jahr wirklich fast nur sehr teure Tees in meiner Kanne bereitete. D.h. ich habe extrem auf die Qualität geachtet und nicht alles getrunken. Ich habe Händler aussortiert und mich auf einige wenige beschränkt. Darunter vor allem Meilan in Belgien zu erwähnen. Bei Ihren Tees kann ich mir sicher sein und sie sind einfach soo lecker.

Kommentare:

  1. Warum dir die Tees aus deinen Tonkannen nicht mehr schmeckt ist mir auch eher rätselhaft. Ich selbst hab nicht so ein spezielles Geschmacksspektrum, so dass ich da eher noch nach dem Äußeren gehe. Oft ist es so, dass es die Methode der Zubereitung ist, warum ich mich für eine Kanne entscheide. Und weil immer wieder gesagt wird, dass stark geröstete Tee zum Beispiel etwas in Ton gewinnen. Dazu müsste ich aber viel mehr direkt vergleichen. Also gieße ich mal so und mal so und wenn es speziell heiß sein soll, dann doch eher Ton.
    Zum Tieguanyin Tanbei wollte ich noch sagen, dass ich den grad gestern noch mal probiert habe. Für mich ein interessanter Tee, bei dem sich aber immer die Frage stellt, warum der nun so viel (3X)geröstet werden musste. Wie würde der mit wenig Röstung ausfallen. Könnte es sein, dass da etwas ist, was durch starke Röstung verdeckt werden kann? Denn mehr Arbeit reinstecken bedeutet mehr Kosten die bezahlt werden müssen. Deine Gedanken wegen der energetischen Struktur kann ich verstehen. Der ist aber wahrscheinlich auch so wärmend. Heute mein 1993 TGY war weniger geröstet, was ich bei gelagerten noch eher verstehen würde, dass man den mal nachröstet, so nach 10 Jahren... Aber der fällt auch in diesen Bereich ohne zu stark zu sein. Also schon eine Art Gratwanderung, wie man Röstung beurteilen sollte.
    Ja, ich hab auch Händler "aussortiert", muss mich etwas beschränken auf die, die mir wichtig sind.

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  2. Als ich heute mit meiner Lieblingstonkanne Dongding gegossen habe, hab ich noch einmal daran gedacht. Teegießen mit der Tonkanne ist mehr als nur Geschmack beeinflussen. Mit einer schönen Tonkanne entwickelt man auch so etwas wie Kultur. Dazu muss aber auch das ganze Drumherum stimmen. Und das ist ja bei dir gegeben. Ich benutze diese Tonkannen jetzt oft wenn es um das Teegenießen geht.
    Wenn allerdings der Tee bedeutend schlechter ist als in Porzelan kann das auch andere Ursachen haben, die ich jetzt nicht bewerten kann.

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