Dienstag, 22. August 2017

Yellow Needle – Yunnan



Gelber Tee entwickelt sich für mich in zwei Richtungen: grüner Tee oder weißer Tee. Und das bezieht sich sowohl auf das Aussehen, als auch den Geschmack. Letztendlich gibt es nur einen Schritt in der Herstellungskette, der gelben Tee entstehen lässt. Und dabei wird der Tee in Papier eingewickelt in einem Raum einige Zeit liegen gelassen. Die dabei entstehenden Veränderungen sind geschmacklich auch gut zu erkennen.
Meine bevorzugte Sorte geht in Richtung weißer Tee, weil ich diesen Geschmack sehr gern habe.


Dieses ist ein typischer Vertreter dafür. Weiße Blattspitzen, sauber sortiert, gut verarbeitet, sehen sehr schön aus. Der Geruch ist leicht, heuartig, ein wenig als wenn das Heu etwas feucht geworden ist. Aber als angenehmer Geruch, wenn ich auf einer Wiese liege, die schon vor einigen Tagen gemäht wurde, das Abgeschnittene noch da liegt...


Ich gieße im Gaiwan und versuche entgegen der Empfehlung (75Grad) 90 Grad heißes Wasser. Damit wird das Aroma intensiver.


Beim ersten Aufguss ( 2 min.) ergibt sich ein heller gelborangener Aufguss, der fruchtige Aromen enthält, die mich an Flachpfirsiche erinnern, etwas kräutrige Aromen kommen dazu.
Da ich schon verschiedene gelbe Tees probieren konnte, erkenne ich das typisch „gelbe“ Aroma wieder. Der Tee ist süß und weich, trotz der hohen Temperatur.
2. Aufguss (1 min.) immer noch weich und fruchtige Aromen.
3. Aufguss (2 min.) wird „härter“, das Fruchtige lässt nach. Aber die Süße ist noch da.
4. Aufguss (3 min.) Weniger spezielle Aromen, mehr allgemein wie Tee, aber immer noch Süße und leicht also gut zu trinken.


An den feuchten Blättern kann man gut erkennen, was geerntet wurde. Blattspitzen, und Spitzen mit einem kleinen Blatt. Von der Farbe her so ein Grün mit etwas Gelb und Braun, leichte Oxidationsspuren.

Zusammenfassend finde ich diesen Tee interessant. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich ihn gern als leichten Tee ( mit einer Menge, die zwischen drei Finger passt, auf eine große Teeschale ) zum Frühstück unkompliziert trinke. Für die Gongfucha würde ich ihn nicht verwenden.  Ich persönlich finde gelben Tee gegenüber grünen oder weißen Tee nicht so anstrengend für den Magen.

Donnerstag, 17. August 2017

Matchakekse – selbstgebacken



Matcha ist, neben der klassischen Art, auch modern vielseitig einsetzbar.
Und nachdem ich letztens einen wunderbar lockeren Matchakuchen probieren durfte, wollte ich nun selbst mal wieder Matchakekse backen.


Ganz einfaches Rezept:
150g Butter, 200g Puderzucker, 15g Matcha, 4 Eigelb, 380g Mehl,   
( Messerspitze Backpulver, nehme ich selbst, damit die Kekse etwas lockerer werden)
Kneten, Rolle für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen, Abschneiden,   ( Stempeln ), bei 190 grad für 10-15 min. backen.



Soweit die Kurzfassung.
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Ich bevorzuge die „einfache“.
So einen Stempel hatte ich gerade entdeckt und ich fand es einfach lustig, als wenn man Taler prägt.



Beim Backen muss ich immer sehr aufpassen, weil in meinem Gasherd schnell mal was zu dunkel wird. Zwar mit Umluft aber ohne „Oberhitze“, schaue ich lieber einmal mehr rein, um nicht zu spät zu sein.


Der Matcha war echt günstig mit 7 € für 30g. Ob er zum klassischen Trinken zu gebrauchen ist, möchte ich dagegen nicht beurteilen. Aber schön von der Farbe her ( ein helles Grün ), habe ich schon Schlimmeres gesehen.



Das Ergebnis lädt sofort zum Probieren ein. Die Kekse schmecken süß, mit ein wenig Matchaaroma - nicht zu wenig und nicht zu viel.

Dienstag, 15. August 2017

Let´s talk about ... die Teekunst und ich

Immer nur Text ist vielleicht auch etwas langweilig für euch, deshalb dachte ich mir das ich es mal mit einem kleinen Film versuche.
Nach einer langen Youtube Abwesenheit kommt also mal wieder ein Film von mir. Hoffentlich jetzt etwas öfter:


Donnerstag, 10. August 2017

Monatsfavorit - Atessa #15 August


Eigentlich ist mein Monatsfavorit ein Pu Ehr. Allerdings würde ich lügen, wenn ich euch den Tee auf den Bildern als Pu verkaufen wollen würde ;) Es handelt sich um den Ton Ting, den ich seit April fleißig am trinken bin. Endlich komme ich mal wieder zum Teetrinken, es ist wirklich so einiges passiert. Unter anderem ist die "neue" Tee-Ecke schon wieder umgezogen und das bevor ich sie euch überhaupt zeigen konnte. Aber ihr dürft euch freuen, eine Fotosession ist in Planung :)

Pu Ehr tut mir derzeit besonders gut, weil er mich erdet und zur Ruhe bringt. Ich habe sogar des Öfteren die Tage mit ihm ausklingen lassen, was ich wirklich sehr sehr schön fand. Es tut unheimlich gut, im Vertrauten neue Nuancen zu entdecken und sie lieben zu lernen.

Ich muss an dieser Stelle unbedingt die Worte meiner lieben Teeschwester thirsty aus ihrem letzten Monatsfavoriten wiedergeben:
Es ist nicht wichtig, was wir für einen Tee trinken, sondern mit wem wir ihn trinken und was daraus entsteht.
Wie wahr meine Liebe, wie wahr.

Herzlichst,
Atessa

Dienstag, 8. August 2017

5 mal Gushu - helle Seite


Hier sitze ich nun an meinem Teetisch, das Wetter ist durchwachsen. Vor mir der Beginn einer Aufgabe, mir selbst gestellt, mich die nächste Zeit beschäftigend.
Gushu ist das Thema. Junger Gushu, sowohl sheng wie shu, dazu ein Weißtee, ein schwarzer Tee, eben alles Gushu…
Bild von NanYi bereitgestellt 
Bild von Nan Yi bereitgestellt





















Und Gushu ist schon was besonderes, wie man an dem Bild sehen kann, alte Bäume, keine Plantage oder höchstens alte aufgegebene Plantage, keine intensive Bodenbearbeitung, kein Plantagenteestress...

Ja, wieder Puerh, von dem ich mich so gern entferne, wieder Yunnan. Aber so junge Puerh könnte ich auch als gelben, weißen, als grünen Tee betrachten. Deshalb werde ich mit den „Hellen“ beginnen, deshalb die Temperatur auf 90 Grad senken, deshalb die leichtere Variante versuchen, wie sie mir auf den Packungen empfohlen wird, das Konzentrat, hochdosiert dann dagegensetzen.
Gibt es einen Gushugeschmack? Gibt es ein ganz eigenes Aroma, an dem man erkennt, dass die Teeblätter aus langen tiefen Wurzeln genährt werden, die sich mit reichlich Mineralien versorgen konnten?
Gushu ist natürlich auch eine Vertrauensfrage in den Händler und wird oft vielfältig ausgelegt.


Das Angebot von 5 mal Gushu von Nan Yi aus Berlin erreichte mich überraschend per Newsletter. Also ließ ich mir ein Set mit je 10 g zusammenstellen und zuschicken, was wirklich rasant schnell geschah. Nur beim Probieren ließ ich mir gewohnt viel Zeit, da ich jedem Tee seine Zeit auch gönne, damit er sich angemessen präsentieren kann.

Gushu 1








Beim Ersten handelt es sich um einen 500 Jahre alten sheng Puerh aus Bingdao. Trocken sieht meine Probe vielversprechend aus, er schein lose gepresst zu sein und die Blätter riechen frisch und angenehm leicht nach Pu. Sowohl in der leichten Variante als auch konzentriert ergibt sich ein frischer, kraftvoller Aufguss mit Aromen nach hellem Pfirsich, etwas Kräuter, dem typischen Puerhgeschmack aber auch lieblich und vor allem mit viel Süße. Es ergeben sich viele gleichbleibende Aufgüsse mit heller, orangener Farbe, die mir sehr gefallen und mich nur eines nicht vermissen lassen – Bitterkeit. Da gibt es einfach nicht mehr zu sagen, als „gefällt mir“ und ihn weiter zu empfehlen.

Gushu 2






Der Zweite ist aus Menghai und genauso alt. Die trockenen Blätter ähnlich dem ersten, frisch mit einem Hauch Citrus und Kräuter, sicherlich ähnlich locker gepresst. Der leichte Aufguss erscheint mir wirklich leicht und nicht so ergiebig, konzentriert dagegen schlägt er dann zu, obwohl er immer eine innere Kraft zeigt, die typisch Puerh aber auch weich und angenehm da ist. Der Aufguss mit heller, klarer Farbe, etwas mehr gelbbraun aber mit kräutrigem, würzigen Aroma, ist schon ein Unterschied zum ersten zu bemerken, auch wenn ich sie nicht direkt parallel gegossen hatte. Wieder dieses puerhtypische Aroma mit viel Süße und ganz, ganz wenig Bitterkeit. Für mich vom Empfinden her etwas „ einfacher“ als der andere.

Selbst die Biene im Garten war beeindruckt, als ich meine Gushuschätze fürs Foto ausbreitete.

Als Unterbrechung nutzte ich dann erst einmal einen Besuch in der Westfälische Straße, wo mir weitere außergewöhnliche Gushupuerhs angeboten wurden. In einer längeren Teesitzung tauschten wir uns über das Thema Gushu weiträumig aus und dazu schlürften wir drei aufeinander aufbauende GushuPuerhsorten, was sowohl den zeitlichen als auch den farblichen Verlauf verdeutlichen sollte. Aber nun weiter im Probieren…

Guschu Weißtee



Die Geschichte des weißen Tees dagegen ist schnell erzählt. Für mich ein schöner Tee mit allen Vorzügen und dem Fehlen des Puerh typischen Geschmacks, ist er bestens geeignet für gerade diese sommerlichen Tage. Die Blätter sehen etwas wie gepresster Shou Mei aus mit weichen, dünnen Blättern und ganz wenigen Spitzen, die erstaunlich dunkel oxidiert sind Das Aroma dagegen ist klar und leicht, mit hellen Früchten und viel Süße, angenehm unkompliziert beim Gießen.



Der alte Schatz ist so interessant, dass ich mir dafür speziell Zeit widmen werde...

Zusammenfassung:

Zusammenfassend bin ich vom Umfang der Beobachtungen überrascht, habe Vermutungen aufgestellt, die sich in der nächsten Zeit erst noch bestätigen müssen. Auffällig für Gushu – hell ist für mich die relative Gleichmäßigkeit der Aufgüsse, die verdeckte Energie, die ich spüre, das Fehlen von Pubitterkeit, das offensichtlich durch mineralische Süße ersetzt ist und die gute Verträglichkeit im Magen, die mir andere Puerhs manchmal problematisch erscheinen lassen.


Ich möchte betonen, dass ich alle hier erwähnten Tees selbst gekauft habe und auch sonst keinerlei Art von Bezahlung für meine Beiträge erhalte...


Donnerstag, 3. August 2017

Monatsfavorit - Juli # Thirsty

Mein Monatsfavorit diesen Monat war kein spezieller Tee, sondern eher das gemeinsame Teetrinken mit Freunden.



Yemin kam mich besuchen und brachte auch neue Teegenießer mit. Wir tranken alle gemeinsam den Ali Shan Oolong, den Li Shan Oolong und den Floral Pure Green Tea.
Es kamen sehr schöne Teegespräche zusammen. Wir sprachen über alles Mögliche. 
Als Beispiel möchte ich nur einige nennen. 
Unsere Themen gingen von den verschiedenen Religionen, über Fleisch essen ja oder nein, verschiedene Sprachen und ihre Ursprünge, über Zungenbrecher, bis hin zu Witzen in den verschiedenen Kulturen usw.

Wir ihr herauslesen könnt waren einige im Tee, denn die Themen waren allesamt interessant und teilweise lustig. Wir hatten unseren Spaß!

Mein Fazit für diesen Monat: 
Es ist nicht wichtig, was wir für einen Tee trinken, sondern mit wem wir ihn trinken und was daraus entsteht.
In unserem Fall tolle Teegespräche, gute Disskussionen, und das verschiedene Kulturen aufeinander treffen, aber dennoch den Tee als Gemeinsamkeit haben.

Wenn ihr euch jetzt fragt welche verschiedenen Kulturen, dann kann ich nur sagen Multikulti :).
Eine christlich erzogene, die zum Heidentum gewechselt ist, eine Buddhistin und Moslems.

Hier noch ein paar Photos 











Dienstag, 1. August 2017

Besuch im Bonsaigarten Ferch – Nachmittag

Zur Mittagszeit, mit Gyokuro - Tee - Geschmack am Gaumen, ging ich noch einmal durch den Ort, zuerst am See entlang und dann mitten hinein.




Eine Kirche, alte Reihenhäuser von 1630, strohgedeckt, Lokalitäten zum Verweilen …
Jetzt war der Ort auch belebter, Leute liefen aufgeregt durcheinander, es war Musik zu hören.


Ein Platz war mit Zelten angefüllt, vor denen Leute in Mittelalterkostümen verschiedenes verkaufen wollte. Es wurde flaniert und sich unterhalten. Ritter waren da, die sich mit Schwertern in der Hand, erklärten, wie man sich gut verteidigen könnte. Auf einer Bühne wurde passende Musik gespielt. Und davor waren allerhand Leute beim Essen und Trinken anzutreffen.


Ich sah mir das eine Weile mit an, ging dann aber lieber noch in ein kleines Museum, um mir dort Bilder einiger „antiker“ ortsansässigen Künstler anzuschauen.

Das „Museum der Havellänischen Malerkolonie“… ist nicht sehr groß aber einige Bilder sind interessant und ich versuchte sie wie den Teegarten zu betrachten.


Im japanischen Teegarten zu sitzen und seinen Tee mit Ruhe, bewusst zu genießen, ist allein sehr schön. Aber diesen Anblick und den Tee mit jemandem zu teilen, ist noch schöner. Und deshalb hatte ich für den Nachmittag eine Verabredung, wieder im Bonsaigarten geplant.



Noch einmal gingen wir durch den schön angelegten Bonsaigarten und zeigten uns Ecken und Blickwinkel, die mir am Vormittag entgangen waren.




So viele kleine Bäume. Die alle eine Geschichte erzählen könnten, die in sie hineingebunden und gepflegt wurde. So viele verschiedene Sorten…


Nun saßen wir am großen Tisch, da die anderen Plätze gerade belegt waren und tranken gleichzeitig zwei verschiedene japanische Teesorten. Ich hatte mich für einen Kabuse Schincha Flugtee aus Kagoshima entschieden, der sehr schön frisch, süß und fruchtig daherkam, der aber natürlich auch etwas herber, kantiger war gegenüber dem Kirishima Tennen Gyokuro aus Kyushu, den meine Frau wählte, auch weil ich ihn ihr empfahl.. Dieser war wirklich sehr schön weich und süß, sehr elegant, wie ich in der Beschreibung lesen konnte, hatte aber nicht zu viel von dem speziellen Aroma, was der Gyokuro Tama Homare vom Vormittag so besonders abhob.


An der Färbung des Aufgusses waren beide deutlich zu unterscheiden, geschmacklich sehr schön verschieden und die feuchten Blätter dagegen fast ähnlich, weich, grün ohne Fehler und beim Shincha ein Stiel mit dabei…


Dazu nahmen wir etwas Kuchen und einen sehr interessant angerichteten Teller mit Naschibirnen und Vanillesoße, die frisch und fruchtig gut zum Tee passten.
So wie ich am Vormittag die Ruhe genießen konnte, war mir am Nachmittag das Gespräch angenehm.



Die Zeit verging wie im Fluge und mit einem angenehmen Tee – Nach – Geschmack am Gaumen, machten wir uns auf den Heimweg.
Bilder, die ich dort in Ferch erblicken konnte, werden als Erinnerung bei zukünftigen Teesitzungen wieder erscheinen und in die Ruhe versetzen, wie ich sie dort erleben durfte.